Der Schatten im anderen und in mir

Tag der Alterskultur

2.4.

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„Jeder Augenblick, in dem man sich hinsetzt, um gewahr zu werden in seinem Bewusstsein, was in einem steckt an abfälligen, richtenden, kritischen Urteilen über Welt und Leben: - jeder solcher Augenblick bringt uns der höheren Erkenntnis näher.“

Rudolf Steiner (Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?)

Dass man unter den „Schattenseiten“ seiner Mitmenschen leiden kann, weiß jeder. Viele wissen auch, dass sie selbst „im Eifer des Gefechts“ schon mal Dinge sagen oder tun, die sie später lieber nicht gesagt oder getan hätten. Man verhält sich gegen besseres Wissen, erbaut sich an Dingen, die man selbst normalerweise für verwerflich hält.

Die Erschütterung: „Wie konnte ich mich nur so vergessen?“ oder „Ich war gar nicht mehr ich selbst“ ist heilsam. Denn nur Dinge, die ich als Problem erkenne, kann ich auch an mir verändern.

Diese Fragen weisen auf das Wesen unseres Schattens hin, den wir alle als Schattenseite unserer „eigentlich guten“ Absichten in uns tragen und der uns unvermittelt im anderen Menschen oder in uns selbst begegnen kann.

Das Alter bildet in diesem Zusammenhang eine besondere Herausforderung: Nicht nur die körperlichen Kräfte lassen nach, sondern auch die Kräfte, mit denen wir normalerweise unsere Schattenseiten im Zaum halten. Das führt immer wieder zu Problemen, die gerade auch für Mitmenschen, für Angehörige und Pflegende eine schwere Prüfungssituation darstellen. Wie können wir gegenüber diesen Erscheinungen in eine heilsame Entwicklung eintreten? Diesen Fragen wird sich der 5. Tag der Alterskultur im Haus Aja Textor Goethe in Frankfurt zuwenden.

Lilo Ratz

Samstag, 2. April, 5. Tag der Alterskultur, 10 bis 16 Uhr. Kosten: Tagungsgebühr 10,-, ermäßigt 8,-. Veranstaltungsort und weitere Informationen: Haus Aja Textor-Goethe, Hügelstr. 69, 60433 Frankfurt, Kontakt: Lilo Ratz, Tel. 069/53093419

Foto:

„hier und dort“ von Cornelia Falkenhan, 1998