Waldorflehrer: keine Unterschiede bei der Bezahlung

Gleicher Lohn für alle Lehrer

Die Forderung nach einer gerechteren Bezahlung zwischen Grundschul- Haupt- Real- oder Gymnasiallehrer wird zunehmend von Fachleuten betont. Auch die neue baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) hat angekündigt, die Besoldungen anzugleichen. Waldorfschulen arbeiten seit jeher nach dem Prinzip eines gleichwertigen Lohnes.

Ob ein Fachlehrer die staatlichen Prüfungen wie das Abitur oder den Realschulabschluss abnimmt oder ob er Handarbeit in den unteren Klassen unterrichtet, beide Kollegen verdienen den gleichen Lohn. Der pädagogische Wert der Arbeit wird nicht unter dem Gesichtspunkt der Bezahlung bemessen. Dies hemmt nicht das Engagement jedes einzelnen Lehrers im Einsatz für seine Schüler und die Schulgemeinschaft.

In£ 3 des Privatschulgesetzes heißt es, dass Waldorfschulen “in einem einheitlichen Bildungsgang von Klasse 1 bis Klasse 12 Schüler unterschiedlicher Begabungsrichtungen nach dem Waldorflehrplan (Pädagogik Rudolf Steiners) zu den dort festgelegten Bildungszielen führen.“Dieser einheitliche Bildungsgang spiegelt sich auch in der Bezahlung der Lehrer wieder. Wer Waldorflehrer wird, weiß, dass er mit seiner Tätigkeit an einer Waldorfschule gegenüber den üblichen Eingruppierungen in die Besoldungsstufen des öffentlichen Dienstes grundsätzlich anders bezahlt wird. Alle Lehrer verdienen im Prinzip dasselbe.

Bedingt durch die Unterfinanzierung der Schulen in freier Trägerschaft befinden sich die Lehrergehälter an Waldorfschulen gegenüber den Gehältern an Schulen in staatlicher Trägerschaft auf niedrigem Niveau. Damit öffnet sich die Einkommensschere zwischen Lehrern an staatlichen Schulen und Waldorflehrern weiter. Dies führt zu erheblichen Problemen bei der Lehrergewinnung.Die Lehrer der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg fordern deshalb die schnellstmögliche Umsetzung des Versprechens der neuen Landesregierung, den Freien Schulträger mindestens 80 Prozent der Kosten eines staatlichen Schülers zukommen zu lassen. Die Waldorfschulen begrüßen grundsätzliche die Absicht der Ministerin, die Besoldungsgruppen der verschiedenen Schularten einander anzugleichen.

In Baden-Württemberg sind 56 Waldorfschulen Mitglied in der andesarbeitsgemeinschaft. Rund 23.800 Schüler besuchen im Schuljahr 2010 / 2011 eine Waldorfschule in Baden- Württemberg. http://www.waldorf-bw.de