Buchtipp

Mut zu mir selbst -
Alt werden ist nichts für Feiglinge

In dem kleinem Buch „Mut zur mir selbst“ aus der Falter-Reihe schreibt Johannes W. Schneider, der am 26.10.2010 im Alter von 82 Jahren verstarb, über das Alter.

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Johannes W. Schneider: Mut zu mir selbst. Alt werden ist nichts für Feiglinge. Falter Bd. 42, 148 S. in lesefreundlicher Schrift, geb. in Leinen mit Schutzumschlag. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2011, EUR 14,90.

Er schreibt aus der Sicht eines Menschen, der es sich zur Aufgabe machte, im Alter immer mehr Mensch, immer mehr sich selbst zu werden, trotz oder gerade aufgrund körperlicher Einschränkungen. Es ist die Sicht eines Menschen, der sein ganzes Leben als Lehrender tätig war, erst in einer Waldorfschule später an einem Kindergarten- und Altenpflegeseminar, dadurch immer viel mit Menschen umgegangen ist, diese wahr- und angenommen hat, und der es gewohnt war, seine Beobachtungen vielschichtig mit Wissenswertem und persönlichen Erfahrungen zu verknüpfen - in diesem Band tut er dies mit dem Prozess des Älterwerdens und den besonderen Anforderungen, Bedürfnissen und Qualitäten dieser Lebensphase.

Es ist kein „Fachbuch“ über das Alter, vielmehr eine feinfühlige Betrachtung des alten Menschen in seinen Bezügen zur Umwelt, zu Kindern, zu den umgebenden pflegenden Menschen sowie seinen Werten, die sich in Form von Altersweisheit und Altersgüte zeigen können. Dabei bewegt er sich stetig zu dem bewusst oder unbewusst bestimmenden Thema des alternden Menschen vor, dem Rückblick auf das, was den Menschen im Leben zu dem werden ließ, was er im Alter ist, den Abschied von Liebgewordenem und Gewohntem und den Übergang zu seiner nachtodlichen Existenz.

Dies alles stellt er nicht belehrend, sondern erzählend, reflektierend, neue Gedanken stiftend, vertiefend und vor allem auch erweiternd dar. Immer mit der Stimme eines Menschen, der sich bewusst ist, dass das zu zeigen, was man gerade ist, Mut erfordert, in jeder Lebensphase, aber vor allem auch im Alter.

red./Michaela Frölich

„Ich bin, der ich geworden bin. Gelebtes Leben ist in dem alternden Menschen verinnerlicht.“

Johannes W. Schneider