Aus der Arbeit der Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe bei der GLS Treuhand

Organischer Landbau - Selbsthilfe von Bergbauern in Nepal

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Kleinbäuerinnen berichten von den Erfolgen beim Zwiebelanbau

In Nepal arbeiten 80% der Bevölkerung in der Landwirtschaft, meist in Subsistenzwirtschaft. Die besten Bedingungen weist das flache Terai an der Grenze zu Indien auf. Schwieriger ist die Ausgangslage für die Bauern im Mittelland, dessen grüne, steile Hügel eine Höhe von bis zu 3.000 m erreichen.

Jahrelanger Monokulturanbau und die hohe, oft unsachgemäße Zuführung chemischer Pflanzenschutzmittel hat die Böden ausgelaugt. Die Bauern sahen sich zunehmend gezwungen, ihren Anbau auf größere Landflächen auszudehnen. Auch die Terrassenränder wurden immer mehr genutzt. Bäume und Sträucher, die die Befestigung der Terrassen absicherten, verschwanden. Die Folge sind starke Erosionsschäden und eine zunehmende Austrocknung der Böden.

In dieser Situation setzt Maheswar Ghimire und das Team junger Landwirtschaftsberater unseres Projektpartners Secard ein. Maheswar Ghimire hat am Emerson College in England ökologischen Landbau studiert. Selbst auf dem Land aufgewachsen, hat er beobachtet, wie die indigene Sortenvielfalt in Nepal zunehmend verloren geht und Bauern, trotz harter Arbeit, nicht mehr in der Lage sind, sich und ihre Familien vom eigenen Land zu ernähren. Vor dreizehn Jahren begann er daher die Projektarbeit mit Kleinbauern und –bäuerinnen. Zunächst beriet er Bauern in der Ebene im Süden des Landes. Seit 2005 ist Secard im Hügelland des Kathmandu-Tales tätig.

Die Landwirtschaftsberater von Secard arbeiten in fünf benachbarten Distrikten mit Bauerngruppen zusammen. Sie schulen Bäuerinnen und Bauern im Waldschutz, Bewässerung, Kompostierung, Diversifizierung des Anbaus, Gründüngung, Herstellung natürlicher Pflanzenschutz- und Düngemittel und verbesserte Tierhaltung.

Wiederaufforstung und organischer Landbau

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Terrassierte Hügellandschaft im Mittelland

Zentraler Ausgangspunkt ist fehlendes Wasser als Folge der umfassenden Abholzungen. Deshalb soll mit Obst-, Futter- und Feuerholzbäumen wiederaufgeforstet werden. Zusätzlich bieten die Früchte der Bäume in einigen Jahren eine weitere Ernährungs- und Einkommensquelle. Die gezielte Wiederaufforstung sorgt langfristig auch wieder für sprudelnde Quellen.

Zudem werden Bewässerungssysteme aufgebaut oder marode Systeme wieder in Stand gesetzt. Diese Bewässerungssysteme verwalten die Gruppen selbst.

Gleichzeitig findet die Umstellung der Farmen auf organischen Landbau statt. Die Anlage von Gemüse- und Kräutergärten ermöglicht eine verbesserte Ernährungslage für die Familien. Auf Grund der besonderen klimatischen Bedingungen kann – bei Anwendung der richtigen Methode – innerhalb von nur drei Monaten hochwertiger Kompost hergestellt werden. Ergänzend erlernen die Bauern die Herstellung von Flüssigdünger und Grundlagen des Pflanzenschutzes.

Nach der Umgestaltung des Anbaus erhalten die Bauern Schulungen zur Weiterverarbeitung und Vertrieb ihrer gesteigerten Ernteerträge. Ziel ist, Genossenschaften zur gemeinsamen Vermarktung der biologischen Erzeugnisse aufzubauen.

Derzeit werden 300 Haushalte begleitet, die in Selbsthilfegruppen organisiert sind. Durchschnittlich leben sechs Familienmitglieder in einem Haushalt. So profitieren 1.800 Menschen unmittelbar von der Arbeit, mittelbar zieht das Projekt weitere Kreise.

Für Schulungen, Zuschüsse zu Bewässerungsprojekten und kleinere Investitionsbeihilfen werden in diesem Jahr 35.000 Euro notwendig, das ist pro Familie ein Zuschuss von knapp 120 Euro, pro Person sind es ca. 20 Euro als Starthilfe.

Dr. Annette Massmann

Spendenzweck

Nepal: Kleinbäuerinnen

Spendenkonto: Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe

GLS Gemeinschaftsbank eG

BLZ 430 609 67

Konto-Nr.: 12 330 010