13.6.

… denn am Ende der Welt liegt das Paradies

Im Rahmen des Kultursommerprojektes „Natürlich Kultur“ beteiligt sich der Kunstverein der Neuwagenmühle unter dem Titel „… denn am Ende der Welt liegt das Paradies“ bis 27. August mit einer Ausstellung und vielfältigem Programm: Vorträgen, Musikdarbietungen, Kunstaktionstag, Umsonstflohmarkt, Grabeparty und Pflanzenbegegnungen - Pflanzentanz.

11 Künstlerinnen und Künstler werden in den alten Gemäuern der Neuwagenmühle ausstellen, unter anderem der Maler Thomas Kohl aus Geilnau, erstmals mit Glasobjekten, die Malerin und Lahn-Artist-Begründerin Renate Kuby, die Mühleninitatorin Birgit Weidmann, Essa Elke mit der Installation: Kunst im Alltag ist wichtig, Zubehör der COF-Gemeinde Wingsbach im Jammertal; der Drechsler und Holzkünstler Udo Havekost aus Ruppertshofen, bekannt geworden durch seine Zusammenarbeit mit Christoph Schlingensief und die Church of Fear (COF) im Jammertal und in Bad Ems; Christoph Pasch aus Kempten, den Besuchern der Neuwagenmühle bekannt durch den Betonbär und den Betonfrosch am Eingang der Mühle, sein Schwerpunkt sind Bronzen. Der Lahn-Artist-Begründer und Sekretär Steve Whitton wird etwas installieren, eine Pyramide? Gudrun Schecker aus Ergeshausen zeigt copy-art-Bänder vom Jammertal und präsentiert die „Frühlingsrolle - eine Ode an die Natur“. Peter Vater aus Koblenz fasziniert die Ästhetik des Wandels, er arbeitet aus großen gefundenen Wurzelstöcken mit Ton Figuren heraus. Silvia Heinze aus Netzbach zeigt Augenblicke durch Fotografie und Anneliese Greuling aus Ergeshausen ist längst in der Region bekannt geworden durch ihre präzise, fotorealistische Malerei.

Natur und Kunst

Das Spannungsfeld Natur und Kultur ist das Thema unserer Zeit. Grenzen des Wachstums scheinen erreicht, Fragen werfen sich auf, Neuorientierung wird gesucht. Gibt es die Unterscheidung zwischen toter und lebendiger Natur? Ist der Mensch berechtigt Natur, basierend auf seiner Kultur, auszubeuten? Welche Gesinnung ermächtigt ihn dazu? Dieses Spannungsfeld ist im Menschen selbst zu spüren. Wer ist stärker: Kultur oder Natur? Wie viel wert ist mir meine Kultur? Wie viel wert ist mir die Natur? Wie viel wert ist mir der Mensch? Was bin ich wert? Welchen Wert setze ich an? ... den Geldwert? … den Sachwert? … den Lebenswert?

Dieses Thema hat seit dem 11. März 2011 durch den Supergau Fukushima und der akuten Gefahr einer globalen Atomkatastrophe eine tragische Brisanz gewonnen. Durch Fukushima wird uns sehr schmerzlich bewusst: die Menschheit bedroht sich selbst durch ihren stetig nach Expansion drängenden Wunsch. Eine andere, eine neue Form der menschlichen Kultur will „geboren“ werden. Gemeinsam mit der Natur und in der Natur zu leben - auch mit Internet und Stromkonsum - ist möglich. Die aktuelle Umweltsituation auf der Erde fordert uns alle heraus, unseren Blick und unser Denken zu klären und schärfer auszurichten. Dabei kann und darf es nicht länger um die Themen der Entzweiung, der Rivalisierung und des Machtkampfes gehen. Wir Menschen tragen als Menschheit, als eine Gattung mit einer sehr hohen schöpferischen Gabe, Verantwortung für uns, für unsere Kinder, Enkel, Urenkel, Ur-Ur-Enkel usw., sowie für alle Lebewesen dieser Erde und für die Erde und ihre Ausstrahlung in den Kosmos selbst. Wir können nicht länger wie kleine Kinder im Sandkasten mit unserem gefährlichen Spielzeug achtlos hantieren oder gar mit diesem Spielzeug aufeinander losgehen. Jede Mutter würde einschreiten! Wir tragen eine sehr hohe Verantwortung - alle!

Birgit Weidmann

Montag, 13. Juni, ab 11 Uhr: 18. Mühlentag. Floh- und Handwerkermarkt.

Bis 27. August, Ausstellung, jeweils samstags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet sein.