+-B1-2.tifBunte Schule

Neue Waldorfschule in der Dortmunder Nordstadt

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Im kommenden Schuljahr soll unter dem Namen „Bunte Schule Dortmund” in der Dortmunder Nordstadt eine neue Waldorfschule ihre Pforten öffnen. Vorbild für das Projekt ist die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim, die seit 2003 mit einem ähnlichen Konzept arbeitet.

Interkulturelle Waldorfschule ist Vorbild

Antje Bek und Zakia Bouhdiba, zwei der Initiatorinnen des Schulprojekts, verstehen die geplante Bunte Schule als einen wichtigen Beitrag zur Integration von Migrantenkindern in Dortmund. Kinder mit Migrationshintergrund oder aus finanzschwachen Familien könnten ihrer Meinung nach vom pädagogischen Konzept der Waldorfschule besonders profitieren. Als Gesamtschule ab der ersten Klasse funktioniere sie nicht nach dem Prinzip der Auslese, sondern versuche, jeden Schüler bestmöglich und ganzheitlich zu fördern. Dazu gehören nicht nur die kognitiven Fähigkeiten, sondern auch künstlerische und handwerklich-praktische Lerninhalte, die in staatlichen Schulen oft zu kurz kommen, aber für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder wichtig sind. Schwache Leistungen von Schülern führen nicht zu Sitzenbleiben oder Schulabbruch, sondern zu besonderer Förderung der Kinder. Ein solches Lernklima ermöglicht ein angstfreies Lernen und eine ganzheitliche Bildung der Kinder.

An der Bunten Schule werden aber nicht nur Migranten sondern auch deutsche Kinder unterrichtet werden. Kulturelle Sensibilität und respektvoller Umgang mit der Kultur der anderen soll im Unterrichtsfach „Begegnungskultur” gefördert werden. In diesem Fach wird es darum gehen, einen Einblick in die Sprachen, Kulturen und Religionen aller Schüler zu bekommen und den Kindern eine Wertschätzung gegenüber der kulturellen Vielfalt zu vermitteln.

Religionsunterricht getrennt

Trotzdem werden die Kinder nach Religionen getrennten Religionsunterricht erhalten. „Wir wollen nicht so tun, als seien alle Religionen gleich, sondern den Kindern die Chance geben, etwas über ihre Religion zu erfahren und diese auch zu leben.”, so Antje Bek. Allerdings werde großen Wert auf die Gemeinsamkeiten der Religionen gelegt und neben christlichen Jahresfesten werden auch Feste anderer vertretener Religionen Bestandteil des Schulalltags sein.

Deutschkompetenz im Vordergrund

Auch der Sprachenunterricht wird den besonderen Bedingungen des Standorts angepasst sein. Anders als in Waldorfschulen sonst üblich, wird die zweite Fremdsprache erst in der vierten Klasse eingeführt. Davor soll die Förderung der Deutschkompetenz im Vordergrund stehen. Englisch wird jedoch bereits in der ersten Klasse spielerisch eingeführt.

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Finanzierung

Das Finanzkonzept unterscheidet sich vom traditionellen Modell anderer Rudolf-Steiner-Schulen. Den Initiatoren ist es besonders wichtig, keine Kinder aus finanziellen Gründen auszuschließen. Es soll zwar einen Elternbeitrag geben, dieser wird jedoch an die Finanzsituation der Familien angepasst sein und kann somit auch sehr gering ausfallen. Daneben werden Spenden eingeworben. Sowohl finanzkräftige Sponsoren als auch Privatpersonen können eine Patenschaft für Schüler oder ganze Klassen übernehmen. Die Schulgründer möchten Partnerschaften mit Firmen eingehen, die an einer nachhaltigen Investition in ihr zukünftiges Personal interessiert sind. Während die Schule verspricht, ihre Schüler zu kompetenten, weltoffenen und selbstbewussten Menschen zu erziehen, garantiert der Investor finanzielle Sicherheit für die schulische Ausbildung.

Für die Schüler der höheren Klassen ist die Gründung von Schülerfirmen geplant. Diese sollen einerseits dazu dienen, die Jugendlichen ans Berufsleben heranführen und andererseits zur Finanzierung der Schule beitragen.

Momentan sind die Mitglieder des Fördervereins mit Unterstützung des Büros von Oberbürgermeister Sierau auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie in der Nordstadt. Die Verhandlungen laufen bereits, aber endgültig ist die Standortfrage noch nicht gelöst. Immerhin soll die Immobilie groß genug sein, um sowohl die Schule als auch das geplante Interkulturelle Haus der Familie aufzunehmen. In dieser Einrichtung soll die Elternarbeit der Bunten Schule stattfinden. Es soll ein Ort des Lebens sein, in dem sich mehrere Generationen zusammenfinden, um zu lernen und Freude zu haben an gemeinsamen kulturellen Begegnungen. Darüber hinaus sollen beispielsweise Deutschkurse für Eltern und Hilfe bei Behördengängen angeboten werden.

Antje Bek

Spendenadresse:

Förderverein Interkulturelle Waldorfschule Ruhrgebiet e.V.

Konto-Nr.: 4030 881 900 Bankleitzahl: 430 609 67

GLS Bank Bochum

Fotos: Charlotte Fischer