+C6-Logo.tiffSEKEM zieht Bilanz der Weltklimakonferenz in Cancun:

Landwirtschaft noch immer kein offizielles Instrument - Mehr Anreize für privates Engagement lassen hoffen

SEKEMs Geschäftsführer Helmy Abouleish hat nach seiner Teilnahme am Klimagipfel in Cancún seineForderung erneuert, ökologische Landwirtschaft und privatwirtschaftliches Engagement endlich besser in dieBemühungen zur Reduzierung des Klimawandels zu integrieren.Trotz einer gegenüber der Vorgängerkonferenz kooperativeren Arbeitsatmosphäre lässt ihre Einbindung in denKampf gegen die globale Erwärmung weiter auf sich warten. Hoffnungen weckte hingegen der „Green ClimateFund“, ein neuer Hilfsfonds, der finanzielle Anreize für privatwirtschaftliches Engagement für den Klimaschutzschafft und die Entwicklungsländer dabei unterstützen wird, Projekte gegen den Klimawandel und seine Folgendurchzuführen. „Die Verhandlungen ließen hoffen, dass 2011 in Durban ein Vertragswerk zustande kommenkann, welches verbindliche Klimaziele festschreibt. In einem effektiven Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll muss die biologische Landwirtschaft eine größere Rolle spielen“, so Abouleish.Landwirtschaft noch immer kein offizielles InstrumentDie Rolle der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel wurde in den Verhandlungen in Cancúnkontrovers diskutiert. Viele Industrienationen bevorzugen ihre Einbeziehung in einer Weise, die vorrangig nichtnachhaltigeAnsätze fördert und große Agrarkonzerne bevorzugt. Derzeitige umweltschädliche Praxis würdedamit noch ausgeweitet. Die meisten Entwicklungsländer und SEKEM unterstützen demgegenüber dieDeklaration ausschließlich biologischer Methoden als klimafreundlich und daher förderungswürdig.Aufgrund der großen Meinungsunterschiede ist der Landwirtschaftssektor daher erneut nicht in einenAbkommenstext aufgenommen worden. Das ist zwar kein Fortschritt für die Bio-Bewegung und unser Klima,andererseits aber auch kein Rückschlag, da es weiterhin möglich ist, ausschließlich nachhaltige Landwirtschaft inzukünftigen Verhandlungen im Vertragswerk zu verankern.Abouleish demonstrierte die positiven Konsequenzen einer solchen Förderung am Beispiel der bio-dynamischenLandwirtschaft SEKEMs. Untersuchungen auf dem Gelände der ägyptischen Farm haben beispielsweise gezeigt,dass nachhaltige Landwirtschaft in besonders hohem Maße Kohlenstoff speichert und Wasser zurückhält – einewichtige Eigenschaft in den sich weiter ausbreitenden Trockengebieten.

Green Climate Fund gegründet

Während der Klimakonferenz wurde auch der „Green Climate Fund“ gegründet. Dieser bietet jetzt einenMechanismus, der unter paritätischer Führung von Entwicklungsländern und Industrienationen (je 10 Mitglieder) von der Weltbank verwaltet wird und viele Klimaprojekte in den Entwicklungs- und Schwellenländern sofortanstoßen kann.Der neue Fond unterstützt das Engagement privatwirtschaftlicher Initiativträger. Mittels von ihm finanzierter„NAMAs“ (nationally appropriate mitigation actions) können diese sich in freiwilligen Projekten von Entwicklungs und Schwellenländern, die von Industrieländern finanziert und durch Technologietransfer und Training unterstütztwerden, engagieren. Abouleish will sich in Ägypten für die Schaffung solcher NAMAs einsetzen.

SEKEM bleibt Pionier

SEKEM engagiert sich seit Jahren für ein verstärktes privatwirtschaftliches Engagement zur Bekämpfung desKlimawandels in Ägypten und den Ländern des Mittleren Ostens. Denn Ägypten ist besonders durchden Klimawandel gefährdet. Nicht nur Lebensräume für Tier und Mensch, sondern auf weite Teile agrarischnutzbarer Flächen wären zum Beispiel durch einen ansteigenden Meeresspiegel des Mittelmeers im niedriggelegenen Nildelta bedroht. Neben der Bedrohung von Millionen Existenzen und der Gefährdung derVolkswirtschaft des Landes würde dies auch eine Verknappung von Trinkwasser und sich verschlechterndeklimatische Bedingungen nach sich ziehen.Die jährlich einberufene Weltklimakonferenz der UN-Klimarahmenkonvention fand in diesem Jahr vom 29.11.bis 10.12.2010 in Cancún, Mexico statt. Die nächste Konferenz wird im November 2011 in Durban, Südafrikadurchgeführt. Sie hat unter anderem das Ziel, ein Nachfolgeregime für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll zuentwickeln.