Zukunft gehört den integrativen Ansätzen

Vertrauen in Naturheilverfahren wächst

In den vergangenen Wochen brachten einige auflagenstarke Medien immer wieder Berichte, die sich gegen verschiedene Ansätze der Komplementärmedizin, vor allem gegen die Homöopathie, richteten. Den traurigen Höhepunkt lieferte der „Spiegel“ Ende November, als die Homöopathie als „magisch-mystisch” verrissen und gleichzeitig der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, der sich seit Jahren für einen offenen und konstruktiven Dialog zwischen Schul- und Komplementärmedizin einsetzt, persönlich angegriffen wurde. Der Dachverband der Anthroposophischen Medizin in Deutschland hat dazu Stellung bezogen, auch wenn in den Artikeln nicht explizit von Anthroposophischer Medizin die Rede ist, denn die Angriffe richten sich auch gegen das gesamte Spektrum der Komplementärmedizin sowie gegen eine integrativ ausgerichtete Medizin.

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Bekannte Vorwürfe, geringer Wahrheitsgehalt

Die Vorwürfe, die nun wieder aufgewärmt werden, werden auch durch die ständigen Wiederholungen nicht wahrer. Weder ist die Homöopathie wissenschaftlich längst widerlegt, noch „unterwandert” die Komplementärmedizin die Medizinerausbildung an den deutschen Hochschulen. Richtig ist vielmehr, dass es mittlerweile auch zur Homöopathie randomisierte Doppelblindstudien gibt, die eine Wirkung belegen. Auch die Versorgungsforschung (inzwischen von der Schulmedizin ebenfalls immer stärker eingefordert) zeigt, dass die Komplementärmedizin in der Praxis effektiv und kostengünstig ist (siehe zum Beispiel die „Anthroposophic Medicine Outcomes Study“ mit sehr guten Ergebnissen zur Anthroposophischen Medizin).

So ergibt sich eine erstaunliche Diskrepanz: Auf der einen Seite finden Homöopathie, Akupunktur und Anthroposophische Medizin eine immer stärkere Verbreitung: Fast 60 Prozent der Hausärzte wenden eine oder mehrere Methoden der Komplementärmedizin an und circa 60.000 Ärzte haben eine entsprechende Zusatzausbildung. Auch die Nachfrage wächst stetig. Rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung vertrauen Naturheilverfahren und anderen Ansätzen der Komplementärmedizin, Tendenz steigend. Auf der anderen Seite zeichnen die Medien von der Komplementärmedizin ein Bild, das Angst und Schrecken verbreiten soll. Auch für den Dialog zwischen den verschiedenen Ansätzen, für den zum Beispiel Jörg-Dietrich Hoppe mit dem „Dialogforum Pluralismus in der Medizin“ steht, gibt es in der Medienlandschaft kaum etwas zu gewinnen.

Zukunft gehört den integrativen Ansätzen

Der Versuch einiger Medien, die alten Grabenkämpfe zwischen der Schul- und der Komplementärmedizin wieder anzufachen, kann nur verwundern. Diejenigen, die es

besser wissen, nämlich die Ärzte sowie ihre Patientinnen und Patienten, sind inzwischen viel weiter: Längst werden verschiedene Ansätze in der Breite der Ärzteschaft und der Bevölkerung miteinander kombiniert. Überhaupt scheint die Diskussion um die einzig wahre Medizin inzwischen überholt. „Modern ist vielmehr ein Ansatz, der im wahrsten Sinne des Wortes integrativ arbeitet und dabei die Individualität des Menschen in ihrer leiblich-seelisch-geistigen Dimensionen mit einbezieht. Fragen Sie doch einfach mal Ihre

Patienten, was die sich wünschen. Sie werden genau diese Antwort bekommen. Das zeigt nicht nur die tägliche Praxis, sondern auch sämtliche Studien der vergangenen Jahre”, fasst Dr. med. Matthias Girke, Vorstandsmitglied beim Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland, die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten nach einer individuell ausgerichteten Medizin zusammen.

Quelle: DAMID

Foto: Wala Heilmittel GmbH