Veranstaltungen im Rudolf Steiner Haus

150 Jahre Rudolf Steiner
Anthroposophie und die geistige Lage der Gegenwart
Festvortrag von Marcus Schneider

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Vor 150 Jahren, im Februar 1861, ist Rudolf Steiner geboren worden. Frankfurt hat allen Grund, diesen Jahrestag mit einigem Gewicht zu begehen – nicht nur, weil Steiner direkt an Frankfurts größtem Sohn, Goethe, angeknüpft hat. Denn er hat jahrelang die Gesamtausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften gesichtet, erforscht und herausgegeben. Das erschloss ihm die Möglichkeit den Gang des Denkens selbst zu verwandeln und sich auf neue Weise innerlich mit den zu erforschenden Phänomenen zu verbinden. Dies hat eine große Bedeutung für uns als Zeitgenossen, droht uns doch die Erde, der Kosmos und der andere Mensch immer fremder zu werden und einem innerlich erlebenden Zugriff zu entschwinden.

Die von Steiner entwickelte Goetheanistische Methode wurde als Fundament der Anthroposophie europa- und schließlich weltweit bekannt. Was hat das bewirkt? Der Begründer der Anthroposophie erweist sich rückblickend betrachtet als ein Vordenker in erstaunlichem Ausmaß. Er erkannte als einer der ersten einen Zusammenhang zwischen der Natur des Menschen, die er dreigliedrig erfasste, mit sozialen Gestaltformen – wie Erziehung, Medizin, Bankwesen, Arbeitsverteilung, Geldwert, Menschenwürde. Siebzig Jahre vor Entdeckung einer oft ausdrucksarmen „Ganzheitlichkeit” vermochte er bis in konkrete Anwendungen hinein praktisch-fruchtbare Anregungen zu vermitteln, die aus dem Zusammenhang von Mensch - Kosmos – Erde gewonnen sind. Zur Menschenwürde: weltweit verbreitet ist heute die heilpädagogische Bewegung, die im behinderten Menschen die einzigartige Individualität sieht und nicht den minderwertigen Patienten.

Der 150. Geburtstag des vielseitigen und oftmals missverstandenen Steiner gibt Gelegenheit Revue passieren zu lassen: Nahezu keine globale Problemstellung – Finanzkrise, Migration, Gesundheitsvorsorge, Sinnleere – die nicht in geisteswissenschaftlicher Beleuchtung eine aktuelle Wertschätzung erfährt und konkrete Maßnahmen ermöglicht. So gesehen – kein Erinnerungsjubiläum: Steiner kommt heute zur Welt, ist da – und wird angesichts des heutigen Zustands der Welt ganz neu gehört; dem einzelnen Menschen bleibt nicht viel anderes übrig, als sich auf den Weg zu machen und sich selber zu verwandeln; das geht nicht ohne innere Auseinandersetzung, ohne den Kampf gegen die eigene Bequemlichkeit. Die Impulse Steiners können diese innere Reise zu heutigen Zivilisationsaufgaben impulsieren oder wie der Jubilar es einmal formulierte: „Ein Kriegsschauplatz im Innern der menschlichen Seelen – das wird das Heilmittel sein für das, was heute unter die Menschen so ruinös getreten ist.”

Montag, 21. Februar, 20 Uhr, Jubiläums-Vortrag „Anthroposophie und die geistige Lage der Gegenwart” mit Marcus Schneider, Leiter AFaP Dornach, Präsident Medienstelle Anthroposophie Schweiz, Leiter Paracelsus - Zweig Basel.

Empfang ab 19 Uhr mit kleinem Imbiss. Kosten: 8,- / 5,- (erm.)
Veranstaltungsort: Freie Waldorfschule Frankfurt, Friedlebenstr. 52 (Nähe zu Rudolf Steiner Haus).

Rudolf Steiner heute

Rudolf Steiner – Eingeweihter, Zeitgenosse und Mensch

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Die Beziehung zu Rudolf Steiner wird in der heutigen Zeit eine andere. Denn die Menschheit hat im 21. Jahrhundert eine andere Konstitution als die Zeitgenossen Rudolf Steiners. Bestimmte Erfahrungen der Schwelle sind in jeder Biografie veranlagt. Die Not der leiblich- seelischen Konstitution tritt zunehmend im Selbsterleben hervor und bedarf einer bewussten Aufbaukraft aus dem Geistigen. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Individualität Rudolf Steiners in einem neuen Licht betrachten. Rudolf Steiners Einweihung und seine Beziehung zum sozialen Leben werden paradoxerweise erst heute menschlich nachvollziehbar. Dadurch entstehen neue Perspektiven.

Mittwoch, 23. Februar, 20 Uhr, Vortrag mit Ralf Gleide, D.N. Dunlop Institut, Eberbach. Kosten: Spende erbeten, Richtsatz 8,- / 5,- (erm.)





Die Empfindung hinter dem Denken - Begegnung von Engel und Mensch im Geistselbst als Substanz der Anthroposophie im 21. Jahrhundert

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Was vor 100 Jahren geistig angelegt wurde, wirkt heute als eine leise Empfindung von Licht: als ätherischer Raum hinter dem Denken, als neue Beziehung des Ich zu sich selbst und zum anderen Menschen. Die Fülle des früheren anthroposophischen Inhalts wird in der Gegenwart zu einer zunächst unscheinbaren Lebenswirklichkeit: Geistselbst-Substanz als Kraft der Empfindung im Ich, auf die der Engel, die Hierarchien, die Welt der Elemente wartet. – Wie kann eine solche Anthroposophie des 21. Jahrhunderts entdeckt werden?

Mittwoch, 2. März, 20 Uhr, Vortrag mit Dr. Dr. Wolf-Ulrich Klünker, DELOS Forschungsstelle für Psychologie, Berlin. Kosten: Spende erbeten, Richtsatz: 8,- / 5,- (erm.)

Wie wird geistige Schau oder Hellsehen zur persönlichen Erkenntnis?

Das Einzigartige des Phänomens Rudolf Steiner ist, dass er die geistige Schau, die traditionell Hellsehen heißt, als persönliche Erkenntnis handhabt. Steiners Erkenntnistheorie wurzelt in der Philosophie und überwindet die Philosophie da, wo diese (seit Kant) der Erkenntnis Grenzen setzt und mithin die geistige Schau als solche für philosophisch unhaltbar erklärt. Für das Verständnis des geisteswissenschaftlichen Werkes Steiners ist entscheidend, zu berücksichtigen, dass es nicht von der okkulten Tradition herrührt, sondern sich an die philosophisch-wissenschaftliche Tradition anschließt und diese dann so lange potenziert, bis sie in die Welt des Geistes umschlägt.

Mittwoch, 9. März, 20 Uhr, Vortrag mit Prof. Dr. Karen Swassjan, Dozent, Autor, Basel. Kosten: Spende erbeten; Richtsatz: 8,- / 5,- (erm.)

Endloses Bewusstsein – Einblicke in das Leben nach dem Tod?

Das Herz steht still, die Atmung ist ausgefallen. Die Diagnose lautet: Klinisch tot. Kann man in einem solchen Zustand noch etwas wahrnehmen? Ja, sagt der Kardiologe Pim van Lommel. Denn Millionen von Menschen, die eine solche Phase überlebten, berichten von Nahtoderfahrungen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind spektakulär und stellen bisherige Erklärungsmodelle in Frage: Denn selbst wenn das Gehirn nachweislich nicht mehr funktioniert, können Menschen ein klares Bewusstsein erfahren. Diese Erkenntnis zwingt uns, über Tod und Leben neu nachzudenken.

Freitag, 4. März, 20 Uhr, Vortrag mit Prof. Pim van Lommel, Kardiologe, Arnheim. Seit 1986 untersucht er Nahtoderfahrungen aus wissenschaftlicher Sicht. Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Amselhof-Kulturverein. Kosten: 8,- / 5,- (erm.)

Anthroposophie durch Kunst – Was auf uns zukommt, gehört zu uns

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Schicksalskonstellationen sind das Ergebnis von Prozessen, die sich zwischen dem Ich als Zentrum und dem Umkreis der Welt abspielen. Diese Wechselwirkungen werden in einem kurzen Vortrag dargestellt und dann von allen Teilnehmern in einer Reihe von Bildern erlebt und veranschaulicht.

Es sind keine Voraussetzungen nötig. Bringen Sie nur Interesse und Entdeckerfreude mit.

Samstag, 5. März, 9.30 – 17.30 Uhr, Malseminar mit Cläre Kunze, freischaffende Künstlerin, Frankfurt. Kosten: 80,- (Material inkl.).