Uni Witten-Herdecke für sieben weitere Jahre akkreditiert

Die Universität Witten/Herdecke (UWH) ist jetzt vom Wissenschaftsrat für sieben weitere Jahre akkreditiert worden. Mit dieser Entscheidung hat das Gremium die von der UWH in den letzten Jahren umgesetzten Maßnahmen insbesondere im Bereich Humanmedizin gewürdigt.

Die Reakkreditierung schaffe Planungssicherheit, Rückenwind und neue Kraft für die anstehenden großen Aufgaben, heißt es in einer ersten Stellungnahme dazu von Prof. Martin Butzlaff, dem wissenschaftlichen Geschäftsführer der UWH. Diesen großen Erfolg habe die Universität nur mithilfe aller vereinten Kräfte erreicht.

Der Wissenschaftsrat hat der UWH lediglich die Auflage gemacht, die Fakultät für Kulturreflexion entweder in die Fakultäten für Gesundheit und Wirtschaftswissenschaft zu integrieren oder personell zu verstärken. Dies beziehe sich jedoch nicht auf das Studium fundamentale, in dem die Studierenden aller Fachrichtungen ein geisteswissenschaftliches und künstlerisches fächerübergreifendes Angebot wahrnehmen, betont die UWH in ihrer Stellungnahme.

Die Reakkreditierung stellt eine neue Etappe im Stabilisierungsprozess von Deutschlands erster Privatuniversität dar, die in den vergangenen Jahren immer wieder um ihre Existenz bangen musste. 2005 war die UWH, die ein spezielles Modell der Medizinerausbildung anbietet, bei dem Theorie und Praxis enger verzahnt sind als sonst üblich, vom Wissenschaftsrat vernichtend kritisiert worden. Mit einer Verbesserung des internen Qualitätsmanagements, einer kräftigen Nachbesserung im Bereich der Forschung sowie einer erheblichen Aufstockung des internen Personals konnte die Universität ein Jahr später die Kritikpunkte des Wissenschaftsrats ausräumen. 2008 stoppte das Land NRW dann seine Finanzhilfe für die Universität, die dadurch an den Rande eines Bankrotts geriet. Ein Patchwork von Sponsoren rettete die UWH, seit 2009 ist die Software AG Hauptgesellschafter.

Krise und Rettung der Privatuni hatten Solidaritätsbekundungen von verschiedensten Seiten hervorgebracht. So betonte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Jörg Dietrich Hoppe, die Hochschule stehe wie kaum eine andere für ein umfassendes Bildungskonzept, das neben der fachlichen Qualifizierung großen Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung lege. Das Medizinstudium in Witten/Herdecke habe eine „bundesweite Vorreiterrolle für das praxis- und problemorientierte Lernen“ gespielt. Inzwischen hätten die meisten Unis erkannt, dass dieser Ansatz die Qualität der Ausbildung wesentlich verbessere. In internationalen Rankings schneidet die UWH immer wieder herausragend ab.

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