50 Jahre lebendiges Schaffen und Werden

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Das Michael Therapeutikum blickt mit Freude auf ein halbes Jahrhundert lebendiges Schaffen und Werden zurück. Ruhig und etwas versteckt im schönen Heidelberger Stadtteil Neuenheim gelegen, ließ der besondere innere Raum des Hauses über die Jahre eine Vielfalt von Tätigkeiten in den Bereichen Kunst – Bildung – Therapie entstehen. Viele Menschen haben durch ihr Interesse und ihre Impulse, aber auch durch ihr Vertrauen in die therapeutischen Hilfen den Strom mitgespeist und erneuert.

Das Angebot ist vielfältig: Neben künstlerischen Kursen und Therapieformen in Bildhauen, Malen, Musik, Sprachgestaltung, Eurythmie, Seelenhygienischen Übungen und Rhythmischer Massage werden u.a. auch Fragen zur Ernährung, Hilfestellung zur Lebensführung und meditativen Praxis aufgegriffen. Kinder werden in künstlerischem Schaffen und Spiel gefördert und Eltern finden Anregungen und Hilfestellungen zu aktuellen Fragen. Weitere Themen sind Kulturreisen, Exkursionen sowie die berufliche Fort- und Weiterbildung.

Die Arbeit wurde und wird stets von dem Impuls getragen, offen zu sein für Zeitfragen und den einzelnen Menschen. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, nach neuen Möglichkeiten zu suchen, wie ein künstlerisches Element in das Leben des Einzelnen derart einfließen kann, dass er den Wendungen und Verwandlungen des Lebens folgen kann. Dieser Kernimpuls zeigt sich in den aufgegriffenen Themen, in der Entwicklung neuer Wege, in der Suche nach einer zeitgemäßen Festgestaltung und vor allem in der Art und Weise des Arbeitens.

Der wahrnehmend-therapeutische Ansatz, die inneren Wachstumskräfte anzuregen, zeigt sich ganz unterschiedlich, je nachdem, ob er in einen öffentlichen Kurs oder in ein Seminar einfließt, ob er kunsttherapeutisch verwandelt ganz individuell die Gesundung eines Einzelnen fördert und begleitet oder ob er spezifische Fähigkeiten für konkrete Berufsbilder eröffnet.

So sind die MitarbeiterInnen nicht nur in Heidelberg tätig, sie gehen auch als GastdozentInnen in den Umkreis, regional und überregional, und bringen dort regelmäßig oder durch einzelne Seminare diese spezifische Herangehensweise ein. Das ist die Erwiderung auf Anfragen durch andere Institutionen wie Altenheime, Kindergärten, Justizvollzugsanstalten, aber auch Initiativen und Tagungen. Durch die verschiedenen Arbeitsakzente des Hauses wird mit Menschen aus unterschiedlichsten Berufsrichtungen gearbeitet, mit Heilpädagogen, Lehrern, Erzieherinnen, Pflegeberufen, Imkern, mit Fragen der Medizin, Landwirtschaft, Pharmazie und so fort.

Vielfach bricht heute die Suche nach neuen Zugängen zur Welt und zu sich selbst auf – und das durch eigene Erfahrungen. So wurden hier im Haus Übungswege erschlossen, die nun zur Verfügung stehen. Es entstanden z.B. die “Grundausbildung zu einer qualitativ orientierten Substanzwahrnehmung und Substanzerkenntnis” aus den Forschungswegen von Ilse K. Müller und die stark durch musikalische Eigenwahrnehmung und Erfahrung getragenen Weiter-bildungen innerhalb der “Freien Musik Schule. Kunst – Pädagogik – Therapie” unter Mitwirkung von Christiane Kumpf.

Das Jubiläum feiert das Michael Therapeutikum mit öffentlichen Veranstaltungen. In ihnen klingen Themen und Impulse auf, die uns wichtig sind. Den Festvortrag hält Prof. Dr. Peter Selg (Arzt, Jugendpsychiater und Leiter des Ita Wegman Instituts in Arlesheim) zum Thema “Vom Innenraum der therapeutischen Begegnung. Warum Rudolf Steiner vom ‘Mut des Heilens’ sprach”. Und Zauberkünstler Marius (Andreas Lehmann, Deggenhausertal) wird Jung und Alt zum Staunen bringen, indem er Herz und Sinn für den Zauber der Dinge öffnet.

Friederike v. Kuczkowski

Weitere Informationen und Programm: Michael Therapeutikum, Roonstr. 9, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221-480223.