+A10_12 logo u B10_12.tifApplaus für die Anthroposophische Medizin

Rund 800 Besucher beim Gesundheitskongress 2010

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Unter dem Titel „Anthroposophische Medizin – erleben, fragen, verstehen” fand der Gesundheitskongress 2010 zur Anthroposophischen Medizin am 11. September im Berliner Umweltforum statt. Mit vollem Erfolg. Denn schon im Vorfeld mussten wegen der großen Nachfrage viele Workshops und das Online-Anmeldeportal schließen, da die Kapazitätsgrenze erreicht war. Schließlich wurden beim Kongress über 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezählt, mit 400 Teilnehmern hatte der Veranstalter gerechnet. Das Publikum war breit gestreut und reiste aus ganz Deutschland an. Der Kongress stand unter der Schirmherrschaft von Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin.

Eine Medizin der Erweiterung

Die Besucherinnen und Besucher - sei es bei den einführenden Vorträgen am Vormittag oder bei den zahlreichen Workshops des Nachmittagsprogramms - wollten vor allem wissen: Wie arbeitet diese Medizin ganz konkret? Wieso steht der Mensch mit seinen verschiedenen – nicht nur körperlichen – Dimensionen im Mittelpunkt? Wie sieht das Therapieangebot der Anthroposophischen Medizin in der Praxis aus? Diese und viele weitere Fragen konnten geklärt werden. Gleich in den beiden einführenden Vorträgen von Dr. Matthias Girke und Dr. Harald Matthes wurde klar: Die Anthroposophische Medizin versteht sich als „Erweiterung“, nicht als Gegensatz oder Alternative zur konventionellen Medizin. Bei einem akuten Notfall geht es erst einmal darum, die Symptome zu kontrollieren. „Natürlich retten wir auf der Intensivstation den Ertrinkenden, aber unser Ziel ist es, zum Schwimmen zu befähigen” so Harald Matthes. Auch Matthias Girke ging dezidiert auf die salutogenen Fähigkeiten unseres Organismus ein, er kann nicht nur erkranken, sondern auch gesunden und nannte dabei sogar Beispiele chronisch erkrankter Patienten aus dem Klinikalltag. Aber es gibt - so der erfahrene Arzt weiter - eben nicht nur die körperliche Ebene, die von der Anthroposophischen Medizin berücksichtigt wird, sondern immer auch das Bemühen, weitere Dimensionen mit einzubeziehen: Wie kann die Selbstregulation des Patienten gestärkt werden? In welcher Relation steht die Krankheit zum seelischen Empfinden? Steckt in einer Krankheit auch ein Entwicklungspotenzial? Oder anders formuliert: „Wir kennen die Schattenseiten von Krankheit gut. Aber kennen wir auch das Potenzial, das in einer Krise, also einer Krankheit, für die Entwicklung eines Menschen stecken kann?”

Begeisterung beim Publikum

Beim Gesundheitskongress zeigte sich, dass es gerade Fragen dieser Art sind, die eine zunehmende Anzahl von Patientinnen und Patienten in einer wirklich integrativen Medizin suchen. So waren die Workshops und Angebote zu Allergien, Depressionen, Stress, Schlafstörungen oder Krebs extrem gefragt. Dr. Brigitte Rösler, eine der wenigen Dermatologinnen mit Zusatzausbildung in Anthroposophischer Medizin, zeigte ihren Teilnehmern ganz praktische Beispiele, wie man z.B. Neurodermitis schon in der Schwangerschaft vorbeugen kann. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen Schlange, um zu erfahren, wie die Anthroposophische Medizin diesen Erkrankungen begegnet und wie das erweiterte Therapiespektrum eingesetzt werden kann. Dr. Gisela Berger, die den Workshop „Stress positiv begegnen” leitete, beeindruckte das tiefgreifende Interesse ihrer 120 Teilnehmer und die Bereitschaft einer so großen Gruppe, sich hoch konzentriert auf Entspannungsübungen mit geschlossenen Augen einzulassen.

Vielseitig informieren

Auch auf der Messe, die im Rahmen des Kongresses stattfand, drängelten sich die Besucherinnen und Besucher, um sich in Ruhe über die Anthroposophische Medizin zu informieren. Als Vertreter der Arzneimittel der Anthroposophischen Medizin waren WALA und WELEDA sowie die Hersteller von Mistelextrakten ABNOBA und HELIXOR dabei. Wie die Anthroposophische Medizin im stationären Alltag funktionieren kann, zeigten die anthroposophischen Kliniken – das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe sowie die Reha-Klinik Schloss Hamborn. Anhand von vielen konkreten Beispielen wurde deutlich, dass diese Häuser auch im modernen und hektischen Krankenhausalltag Raum für die menschliche Begegnung zwischen Arzt und Patient sowie für die spezifischen Angebote wie die Heileurythmie oder die Anthroposophische Kunsttherapie schaffen können.

 Ann-Kerstin Schöfer, DAMiD