Zukunft Säen

Aktion für Landwirtschaft ohne Gentechnik

auf dem Untermühlbachhof in St. Georgen-Peterzell

 

Die meisten Deutschen wollen keine Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmitteln. Manche fürchten allerdings, keine wirkliche Alternative mehr zu haben und fühlen sich machtlos. Dabei können sie jetzt ein klares Zeichen gegen Agro-Gentechnik setzen und zugleich eine ungewöhnliche Erfahrung machen. Demeter-Bäuerinnen und –Bauern haben sich der Schweizer Initiative  „Zukunft säen” angeschlossen und laden jetzt im Herbst zu Gemeinschafts-Aktionen auf ihre Höfe. Am Sonntag, 3. Oktober ab 14 Uhr wird auf dem Untermühlbachhof in St. Georgen-Peterzell, der zur Wälder GbR als Zusammenschluss von zwei Öko-Hofen gehört, gemeinsam ein Getreidefeld eingesät. Mitveranstalter ist der BUND Königsfeld, der sich für die Bildung einer gentechnikfreien Zone in der Region stark macht. Das Saatgut für die Zukunfts-säen-Aktion stammt aus biodynamischer Züchtung, die im Einklang mit der Natur fruchtbare und bekömmliche Sorten entwickelt.

Das Wälder-Team hat den Acker vorbereitet, verteilt die Samenkörner und stellt die leuchtend roten Kampagnen-Kappen als Saatgutbehälter zur Verfügung. Gemeinsam ziehen die „Demonstranten” dann friedlich über das Feld und streuen die Körner aus, damit im nächsten Sommer gesundes Getreide geerntet werden kann. Im Rahmenprogramm bieten die Wälder neben Einstiegsreferat dann das gemeinsame Erntedankfest. Landvolkpfarrer Boldt spricht über den christlichen Einkaufskorb und beim gemeinsamen Abendessen, zu dem der Untermühlbachhof einlädt, kann die Biodynamische Wirtschaftsweise sinnlich erfahren werden.

Für die Demeter-Gemeinschaft ist klar, dass Landwirtschaft bereits vor der Aussaat beginnt. Deshalb sorgt die biodynamische Sortenzüchtung bei Getreide und Gemüse für Qualität von Anfang an. Bauern und Verbraucher tragen gemeinsam Verantwortung für die Zukunft ohne Gentechnik auf Feld und Teller. Die eindrucksvollen Sä-Feste, an denen sich bundesweit über 40 Demeter-Höfe beteiligen, unterstreichen das.

„Vermehrungsfähige Sorten und die dauerhafte Möglichkeit, gentechnikfreies Saatgut zu wählen, sind Grundlage für die Sicherung einer gesunden Ernährung”, betont Demeter-Bäuerin Anke Lützow vom Untermühlbach. Dafür müsse der kreative Protest gegen Agro-Gentechnik kämpfen. Die Fachleute des Demeter-Verbandes warnen davor, das im Koalitionsvertrag fixierte unsinnige Vorhaben, jedem Bundesland eigene Sicherheitsabstände zu GVO-Äckern zu erlauben, umzusetzen. Außerdem dürfe die bestehende Haftungsregelung auf keinem Fall verwässert werden. Die vorgeschlagene Handhabung der Koexistenz sei ungeeignet, die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen einzudämmen und in sich widersprüchlich. Der biodynamische Verband, Öko-Pionier und Qualitätsführer im Bio-Bereich, fordert entschieden Nulltoleranz für GVO-Verunreinigungen, eine Umgestaltung der deutschen Agrarforschung sowie einen Aktionsplan für den Ökolandbau. Verbraucher, die das unterstützen, können bei der Zukunft-Säen-Aktion auf dem Untermühlbachhof in Peterzell mit ihrer Unterschrift auf dem weithin sichtbaren, roten Banner „Zukunft-Säen” zeigen, dass sie auf lebenswerte Alternativen setzen und grüne Gentechnik ablehnen.

Renée Herrnkind

Journalistinbüro

Schwarz auf Weiss