Weltentwicklung als Ich-Entwicklung

12.-14.11.

Der Mensch steht am Anfang aller Entwicklung. Das ist schnell gesagt, doch der Weg zum heutigen Menschen, wie ihn Rudolf Steiner in seinem vor 100 Jahren erschienenen Buch „Die Geheimwissenschaft im Umriss“

schildert, ist kein geradliniger. Er geht einher mit Spiegelungen (Alter Saturn), Absonderungen (Alte Sonne) und Empörungen (Alter Mond). Immer wieder besteht die Gefahr zu großer Verdichtungen und Verhärtungen.

Und die Hierarchien sind vollauf damit beschäftigt, dem entgegenzuwirken, ohne die Entwicklung zur Freiheit dadurch zu gefährden – ein durchaus dramatisches Geschehen.

Eingebettet ist diese Darstellung der Weltentwicklung im Hinblick auf den Menschen in eine Menschenkunde, in der es ebenfalls um die Verankerung des geistigen Menschen auf der Erde geht – mit allen Chancen und Risiken. Die Rosenkreuzmeditation erscheint wie ein mikrokosmischer Nachvollzug des menschenbildenden Weltgeschehens; mit ihr nimmt der Mensch seine Entwicklung selbst in die Hand und bereitet sich darauf vor, als Erdenmensch in der Geistwelt zu bestehen und diese aus den auf der Erde gewonnenen Liebe-Kräften zu weiteren Entwicklungen zu befruchten.

»Die ›Weisheit der Außenwelt‹ wird, von dem Erdenzustande an, innere Weisheit im Menschen. Und wenn sie da verinnerlicht ist, wird sie Keim der Liebe. Weisheit ist die Vorbedingung der Liebe; Liebe

ist das Ergebnis der im ›Ich‹ wiedergeborenen Weisheit. « – Rudolf Steiner, „Die Geheimwissenschaft“.

Die Entwicklung als solche erscheint so in einem neuen Licht: Nicht als etwas, das sich – von außen angestoßen – zwischen Anfang und Ende abspielt, sondern als ein pulsierendes Geschehen, das nur aus der Mitte der Geistesgegenwart heraus verständlich wird – ein wahrhaft

christliches Mysterium!

Die Tagung „Weltentwicklung als Ich-Entwicklung“ soll ein Versuch werden, die vor 100 Jahren niedergeschriebenen Gedanken der „Geheimwissenschaft“ für die Gegenwart zu beleben und zu aktualisieren.

Literaturhinweise:

• Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriss

(GA 13; 1910/1925), Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989 (gebunden) bzw. als Taschenbuch: Dornach 2005

• Martin Basfeld: Wie Denken uns zu Menschen macht. Vom selbständigen Umgang mit der Anthroposophie.

»Die Geheimwisenschaft« Rudolf Steiners, Verlag Freies Gesitesleben, Stuttgart 2010 (erscheint im Herbst) Artikel zur Geheimwissenschaft und ihren Themen in der Zeitschrift die Drei:

• Anna-Katharina Dehmelt: Meditation und Forschung

I+II (3+4/2009)

• Stammt der Mensch doch vom Affen ab? Zur gemeinsamen

Geschichte von Tier und Mensch (Themenheft 10/2009)

• Anna-Katharina Dehmelt: »Die Geheimwissenschaft im Umriss« – eine Eloge zum Hundertsten (8-9/2010)

• Ulrich Kaiser: Atlantis als ästhetischer Zustand (8-9/2010)

• Günter Röschert: Emanation und Schöpfung aus dem

Nichts (10/2010)

Freitag, 12. bis Sonntag, 14. November, Weltentwicklung als Ich-Entwicklung. Arbeitstagung. Eine gemeinsame Veranstaltung von der Redaktion der Zeitschrift die Drei, dem Goethe-Zweig Frankfurt der Anthroposophischen Gesellschaft und der Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland. Kosten: 150,- , 110,- (erm.) / 110,- , 80,- (erm.) für Mitglieder der Anthroposopischen Gesellschaft in Deutschland. Jeweils inkl. Pausenverpflegung. Veranstaltungsort: Rudolf Steiner Haus Frankfurt, Hügelstr. 67, 60433 Frankfurt am Main. Tel. 069-53093-580, E-Mail: steiner-haus-ffm@gmx.de.