Erzieherinnen aus Japan zu Gast im Seminar für Waldorfpädagogik in Köln

Seit einigen Jahren schon veranstaltet das Seminar für Waldorfpädagogik Köln im Freien Bildungswerk Rheinland einwöchige „Sommerakademien”. Die Gäste sind Waldorfpädagogen sowie an der Waldorfpädagogik interessierte ErzieherInnen und LehrerInnen aus dem fernen Osten. Mehrfach schon waren TeilnehmerInnen aus Südkorea zur Fortbildung zu Gast und vor zwei Jahren kamen Pädagoginnen aus dem Iran zu Besuch, nachdem eine kleine Kölner Gruppe zuvor zu einem Waldorfkindergarten - Kongress im Iran eingeladen worden war.

In diesem Jahr reisten nun Gäste aus Gifu in Japan an.

Jeden Morgen hospitierten diese in einigen umliegenden Waldorfkindergärten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde das Erlebte reflektiert. Unsere Musiklehrerin, Keiko Fujita, ist Japanerin und übersetzte die Vorträge und Gespräche.

In den lebhaften Berichten fiel auf, mit welcher Freude und wacher Aufmerksamkeit die Erzieherinnen und Kinder am Morgen wahrgenommen worden waren. Allen wurde bewusst, wie unterschiedlich manche Situation aus japanischer und deutscher Sicht beurteilt wurde, aber auch, wie verschieden jeder einzelne Kindergarten ist.

Herrn Kano, Leiter der zehnköpfigen Gruppe und Gründer mehrerer Waldorfkindergärten in Japan, ist es wichtig, mit den KollegInnen regelmäßig an Fortbildungen nicht nur in Japan sondern auch in Deutschland teilzunehmen. Durch Vermittlung von Mariko Nishioka wurde eine Anfrage an das Kölner Seminar gerichtet mit einer konkreten Wunschliste bezüglich der Inhalte, auf die wir gerne eingegangen sind: Theoretische Referate zum Verständnis der Sinneslehre und Ausführungen über die gesunde Getreideernährung wechselten mit praktischen und künstlerischen Tätigkeiten. An einem Nachmittag lernten die TeilnehmerInnen z. B. die Stab - Eurythmie kennen, die allen völlig unbekannt war.

Singen pentatonischer Lieder und Spielen auf der Kinderharfe ermunterte zum eigenen Musizieren im Kindergarten und zu Hause.

Wolle ist in Japan ein eher selten genutzter Werkstoff. Darum waren die Gäste sehr neugierig darauf, die Herstellung von Stehpuppen und kleinen Tieren aus Rohwolle kennen zu lernen.

Die zehn TeilnehmerInnen waren augenscheinlich zufrieden mit ihrem Besuch in Köln, obwohl die Zeit sehr knapp bemessen war.

Aus Japan kommend war die Gruppe zunächst zu einem Kurzbesuch zum Goetheanum nach Dornach gereist und anschließend weiter nach Köln. Ein Besuch in einem Düsseldorfer Waldorfkindergarten rundete die Deutschlandtournee ab. Danach wurde genauso flink die Rückseite angetreten. Urlaub in Japan ist kurz – man muss ihn nutzen.

Herr Kano will wiederkommen. Das freut das Freie Bildungswerk sehr und bestätigt im Tun. Obwohl die Anstrengung auch für das Kölner Team beträchtlich war, ist es diesen wichtig, Seminare dieser Art durchzuführen, um das Kennenlernen der Waldorfpädagogik und ihren anthroposophischen Hintergrund im Ausland möglich zu machen.

Anne Marisch

Seminar für Waldorfpädagogik Pia Weische-Alexa

Freies Bildungswerk Rheinland