Freie Waldorfschule Frankfurt weiht ihr neues Torhaus ein

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Eine lange Bauphase hat ihr Ende gefunden, eine Zeit, in der Schüler, Lehrer und Eltern improvisieren mussten, wenig musikalische Geräusche heldenhaft ertrugen, eine Zeit, in der die „Hauptschlagader” des Gebäudes, das Treppenhaus, abgetrennt wurde, fast tausend Schüler sich täglich, sehr diszipliniert durch eine „Säulenhalle” von Stützträgern bewegten - und das alles bei laufendem Betrieb.

Im September feierte die Freie Waldorfschule Frankfurt, mit den direkten Nachbarn, die Einweihung des „Torhauses”. Der festliche Akt wurde von den beiden achten Klassen eröffnet, sie musizierten, sangen und rezitierten. Es folgten einige kurze Ansprachen. Bei der anschließenden Begehung konnten die neuen Räume angeschaut werden. Oben im „Olymp”, dem Musik- und Eurythmiesaal gab es zur Stärkung und zum gemütlichen Ausklang Kaffee und Kuchen.

Im Zuge des Konjunkturpaketes der Regierung bekam die Schule Gelder, die explizit für ein neues Bauprojekt ausgegeben werden sollten und nicht für Reparaturen, Mobiliar oder Lehrmaterial. So fing vor gut eineinhalb Jahren die Planung an. Es wurde ein Ort gesucht, an dem auf wenig Grundfläche, möglichst viel Unterrichtsraum untergebracht werden könnte. Die Entscheidung fiel für den Anbau im Norden der Schule. Da steht es nun das „Torhaus” und ist neben einem dreistöckigen Unterrichtsturm zugleich ein schöner überdachter Haupteingang geworden. Das Torhaus beherbergt die beiden achten Klassen und einen Musik-, bzw. Eurythmiesaal. Außerdem ist durch diesen Anbau, der einen Aufzug besitzt, das Gebäude barrierefrei geworden und somit auch im Rollstuhl zu erreichen.

Durch das Torhaus entstand Platz in den alten Gebäuden, so dass viele Räume neu belegt werden konnten. Ein Raumtausch kam zustande, den die Schule „Karussell” nannte. Ein Karussell ohne Pferdchen und Glöckchen, das aber alle gehörig in Bewegung brachte. Fast die gesamte Verwaltung zog vom Erdgeschoss in die erste Etage, Arztzimmer, Sprachlehrerzimmer, Hessenbibliothek und noch einige Räume mehr, die über Jahrzehnte an liebgewonnenen und gewohnten Plätzen waren, wurden durch den Sog des Karussells mitgerissen und am neuen Ort abgesetzt. Und damit begann die große Suche, besonders für Eltern und Freunde: „Wo finde ich denn jetzt…?” Viel Bewegung, innerlich und äußerlich, doch ein Trost, Bewegung hält ja bekanntlich jung und gesund!

Dieser gesamte Umbau brachte es mit sich, dass endlich viele Flure, deren Farbanstrich durch allerlei unfreiwillige Abdrücke von Schülerhänden- und Füßen teilweise fast unkenntlich geworden war, endlich neu gestrichen wurden; aber nicht irgendwie: Armin Gnadt entwarf ein Farbkonzept, dass sowohl die Flure, als auch die einzelnen Räume der gesamten Schule miteinbezieht. Nach und nach wird das nun umgesetzt und verwirklicht.

A. Felde

Foto oben: Das neue Torhaus

Foto unten: Die achten Klassen musizierten zur Eröffnung

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