Nicaragua: Trockener Sesam steigert das Einkommen

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Auf den kleinen Feldern der Bauern wird mit Pferdestärke und eigener Kraft Sesam angebaut.

Zur Stabilisierung ihrer Einkommen aus ökologischem Anbau benötigen Kleinbauern Trocknungsflächen und eine eigene Lagerhalle.

León, im kleinen mittelamerikanischen Nicaragua, lag inmitten einer Baumwollregion. Die Preise für Baumwolle sind verfallen – gleichzeitig schadeten die Insektizide, Pestizide den Böden. Seit etwa 13 Jahren nun bemühen sich Kleinbauern um Alternativen. So schlossen sich 150 arme Familien zu einer Vereinigung zusammen, um ökologischen Landbau zu erlernen und ihre Produkte gemeinsam zu vermarkten. Ihr Land wurde ökologisch zertifiziert. Für den Export produzieren sie vor allem Sesam, etwas Soja und ökologische Baumwolle.

Die Vereinigung mietet jährlich Lagerräume für die Zeit zwischen Ernte und Verkauf an. Dies brachte eine Reihe von Schwierigkeiten mit sich, die sich sowohl auf die Qualität als auch auf die Einkünfte auswirkten: Zum Beispiel werden Lagerflächen auch an konventionell produzierende Bauern vermietet. Nicht immer konnte garantiert werden, dass sich keine Rückstände der konventionellen mit der ökologischen Ernte mischten. Dies führte zu Problemen bei der Zertifizierung und zu Preisabschlägen. Auch verfügen die gemieteten Räume selten über eine ordnungsgemäß abgenommene Elektrikausstattung oder Brandschutzmaßnahmen. Die Dächer sind oft im schlechten Zustand. Dann kann die Ernte nicht versichert werden, das Risiko tragen die Bauern.

Gleichzeitig gibt es in der Gegend nicht genügend Lagerflächen. Deshalb lagern die Bauern einen Teil ihrer Ernte auf den eigenen Grundstücken. Leicht leidet die Ernte dann unter Regen, Nagetieren oder Bränden.

Die Frühaussaat von Sesam wird während der Regenzeit oft nass geerntet. Ohne Nachtrocknungsflächen kann die Ernte nur feucht verkauft werden. Doch feuchter Sesam führt zu Preisabschlägen bis zu 60%. Um diesen Verlust zu vermeiden, hat der Verein manches Mal ungeeignete Flächen wie wenig befahrene Straßen, öffentliche Plätze oder Bürgersteige benutzt.

Spendenkonto: Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe bei der GLS Bank Bochum, BLZ 430 609 67, Konto Nr. 123 300 10

Spendenzweck: Lagerhalle

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Einlagern von Sesamsäcken in eine gemietete Halle.

Bessere Lagerbedingungen können Erntequalität steigern

Jetzt soll die Qualität der Ernten erhöht werden. Es soll eine stabil gebaute, geräumige und leicht zu reinigende Lagerhalle errichtet werden. Dazu kommen ein Trocknungshof und ein Raum für die Qualitätskontrolle. Hygienisch und trocken können dann der Sesam, die Baumwolle und das Soja zwischengelagert, weiterverarbeitet oder verpackt werden.

Durch qualitativ bessere Lagerung und die Produktion hochwertigerer Güter verbessern sich auch die Einnahmen der Kleinbauern. Die Kleinbauern möchten auch gerne mehr Mitglieder in ihre Vereinigung aufnehmen und mehr Bauern von den Vorzügen des ökologischen Landbaus überzeugen. Auch dazu tragen die Trocknungsfläche und die Lagerhalle bei.

Für den Bau der Trocknungsfläche, der Lagerhalle mit angeschlossenem Raum für die Qualitätskontrolle sind an Eigenmitteln 27.000 Euro notwendig. Pro Kleinbauernfamilie sind dies 180 Euro. Die Spenden werden aus Mitteln der deutschen Bundesregierung vervierfacht.

Dr. Annette Massmann