30 Jahre Freie Waldorfschule in Köln

Freie Waldorfschule Köln.jpg


Von einem Kreis aktiver Eltern, Lehrer und Förderer wurde nach langer Vorbereitung 1980 die Freie Waldorfschule Köln in ihrer heutigen Form neu ins Leben gerufen. Bereits 1921 gab es auf Initiative des Kunsthändlers Wilhelm Goyert in Köln eine erste Waldorfschule. Unerfüllbare Auflagen des damaligen Kultusministeriums in Berlin führten aber bereits 1925 zur Schließung der zweiten Waldorfschule weltweit. Erst 65 Jahre später wurde die Freie Waldorfschule dann wieder gegründet. Die ersten zwei Jahre befand sich die Schule in einer umgebauten Kirche in Köln-Worringen, anschließend 15 Jahre in einem ehemaligen Hauptschulgebäude in Köln-Esch.

Das „ausgezeichnete” Schulgebäude in Chorweiler

Als sich abzeichnete, dass die Räumlichkeiten in Esch nicht mehr ausreichten, wurde Anfang der 90er Jahre ein Neubau der Schule beschlossen. Die Stadt Köln stellte dazu ein preisgünstiges 24.000 qm großes Areal in Köln-Chorweiler zur Verfügung, das über eine sehr gute Anbindung zum Nahverkehr verfügte. Nach mehrjähriger Planung durch das Architekturbüro Plus + Bauplanung GmbH (Hübner, Forster, Hübner) und einem knappen Budget konnte dann 1997 das neue Schulgebäude bezogen werden. Dabei wurde der prägnante Entwurf mit dem pentagonalen Grundriss mehrfach preisgekrönt (Kölner Architekturpreis 2000) und wird seitdem als gelungenes Beispiel für moderne Schularchitektur immer wieder zitiert. Umgeben von Wiesen und Wäldern und nahe am Fühlinger See, bietet das sehr großflächige Schulgelände viel Platz für Kinder-Freiräume.

Veranstaltungen in der Waldorfschule

Zur Architektur gehört auch die imposante Aula, die das Herz der Schule bildet. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen wie Theater oder Konzerte statt, in denen Schüler Erlerntes darbieten. Ein weiterer Höhepunkt ist der jährliche große Schulbasar der Waldorfschule im November.

Die Organisation der Schule

Rechtsträger der Freien Waldorfschule Köln ist der vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannte Waldorfschulverein Köln e.V.. Der Vorstand des Vereins setzt sich aus Eltern und Lehrern zusammen und wird durch zahlreiche weitere Organe wie z. B. dem Elternbeirat unterstützt. Die Finanzierung erfolgt durch staatliche Zuschüsse nach dem Ersatzschulfinanzgesetz NRW, die die Kosten jedoch nicht abdecken, und Eigenleistungen, die teilweise aus dem Freundeskreis der Schule (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Waldorfpädagogik in Köln e.V.)” und zum Teil durch die Förderbeiträge der Eltern kommen.

Die Freien Waldorfschulen leben nach dem Grundsatz der kollegialen Selbstverwaltung durch das Lehrerkollegium.

450 Schüler ohne Sitzenbleiben

Rund 450 Schülerinnen und Schüler besuchen z.Zt. die Schule in den Klassen 1 bis 12 und der zusätzlichen 13. Abitur-Vorbereitungsklasse. Seit 2008 gibt es die Brückenklasse für Kinder unter 6 Jahren. Alle Schüler und Schülerinnen durchlaufen ihre Schulzeit ohne Sitzenbleiben. Pro Schuljahr wird nur eine Klasse gegründet, zu der aus Köln und den umliegenden Gemeinden jährlich mehr Kinder angemeldet werden, als diese Klasse aufnehmen kann.

Mit der Offenen Ganztagsschule (OGGS) bietet die Waldorfschule Köln auch eine verlässliche pädagogische Betreuung der Kinder nach Unterrichtsschluss bis 16 Uhr an, auch während der Ferien und an schulfreien Tagen von 8 – 16 Uhr. Zahlreiche Angebote wie Schnitzen, Haus- und Gartenpflege, Handarbeiten, Werken, gemeinsames Spielen drinnen oder draußen sorgen dafür, dass Kinder sich in der OGGS mehr als wohl fühlen. Zusätzlich kann ein bewegungs- oder künstlerisch-orientierter Kurs in der angrenzenden Stadtteilwerkstatt wahrgenommen werden oder z. B. Zirkus, Tanzen und Klettern im benachbarten Canyon-Chorweiler.

Keine Noten!

Die Waldorfschulen haben mit der Auslese auch das übliche Zensurensystem abgeschafft. Die Zeugnisse bestehen aus möglichst detaillierten Charakterisierungen, die die Leistung, den Lernfortschritt, die Begabungslage und das Bemühen in den einzelnen Fächern transparent machen. Die Schüler schließen die Schule mit der Fachoberschulreife, Fachhochschulreife oder dem Abitur (nach dem 13. Schuljahr) gemäß den in den Bundesländern jeweils geltenden Regeln ab.

Alexandra Schlösser

Foto : Schulkonzert