Die Hilfe geht weiter

Nachsorgeeinsatz der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. vom 12. bis 21. Mai in Haiti

Um neue Impulse zu setzen, Train-the-Trainer Seminare abzuhalten und um die bis jetzt geleistete Arbeit vor Ort zu reflektieren, wird ein Expertenteam der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. vom 12. bis 21. Mai zu einem Folgeeinsatz nach Port-au-Prince und Léogâne, Haiti, reisen.

Der Nachsorgeeinsatz der „Freunde” vom 12. bis 21. Mai baut auf der Arbeit der pädagogischen Krisenintervention im Februar 2010 in Haiti auf. Der erste pädagogische Nothilfeeinsatz widmete sich vor allem der Arbeit mit den durch das Erdbeben psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen, um diese psychosozial zu stabilisieren und so Posttraumatischen Belastungsstörungen entgegen zu wirken. Die Schulung lokaler Lehrer in waldorfpädagogischen Erste-Hilfe-Maßnahmen war ebenso Teil des Einsatzes.

Vom 12. bis 21. Mai liegt der Fokus auf der Vertiefung der vor Ort angelegten Arbeit. Welche Spiele sind im Rahmen der Erlebnispädagogik für Kinder in Krisenregionen interessant? Durch welche Methoden können die im Kind innewohnenden Selbstheilungskräfte aktiviert werden? Auf u.a. diese Fragen sollen in den von den „Freunden” geplanten Workshops und Seminaren kompetente und umfangreiche Antworten gefunden werden, denn die nachhaltige Stabilisierung der im „Child Friendly Space” der „Freunde” in Léogâne getätigten Arbeit ist ein zentraler Aspekt der Notfallpädagogik.

Nach der Ankunft des notfallpädagogischen Expertenteams in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince am 13. Mai wird sich das Team im Kinderkrankenhaus St. Damien der befreundeten Hilfsorganisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern” aufhalten. Für Donnerstag, den 13. Mai und Freitag, den 14. Mai wird das Freunde-Team bei den dort tätigen „Volontaires” mitarbeiten und nachmittags die Arbeit reflektieren und weitere Impulse setzen. Am Samstag findet ein eintägiger Workshop für die Mitarbeiter des St. Damien Kinderkrankenhauses und der Haiti Kinderhilfe, für die Lehrer der Schule Colegio Waldorf/Steiner, für die Mitarbeiter des Oreleph-Waisenheims und der Arbeiterwohlfahrt (AWO) statt. Im Anschluss an den Workshop begibt sich das Freunde-Team auf den Weg nach Léogâne, um sich am Folgetag mit haitianischen Hilfsorganisation Acrederp und den im „Child Friendly Space” tätigen Lehrer zu besprechen. Das „Child Friendly Space” der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. befindet sich aktuell nicht mehr auf dem Gelände der New Mission School, sondern auf einen Privatgelände gegenüber des ursprünglichen Standorts. Der 17. und 18. Mai steht ganz im Zeichen der Supervision. Supervision meint, dass die pädagogischen Mitarbeiter des Freunde-Teams bei der Arbeit der lokalen Lehrer mitarbeiten, ohne jedoch in den Ablauf und die einzelnen Aktivitäten einzugreifen. Im Anschluss an die Arbeit wird in der Gruppe über die eingesetzten Übungen, Spiele und den Ablauf reflektiert.

Am vorletzten Tag des Einsatzes findet ein Workshop für ca. 60 haitianische Mitarbeiter der Kindernothilfe aus den „Child Friendly Spaces” in Carrefour, Petit-Goâve und Jacmel statt. Ziel des Zusammentreffens ist neben der Durchführung von Workshops vor allem den Erfahrungsaustausch von „Child Friendly Space”-Mitarbeitern an verschiedenen Standorten anzukurbeln. Darüber hinaus stehen Gespräche zur Planung eines zweiten „Child Friendly Space” in Haiti mit der Kindernothilfe auf der Agenda.

Zu den Freunden der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.:

Die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. fördern weltweit Initiativen eines freien Bildungswesens. Seit 1971 setzen sie sich für die Verbreitung der Waldorfpädagogik und für Freiheit im Bildungswesen ein. Seit 1993 organisiert und betreut das Büro in Karlsruhe internationale Freiwilligendienste in aller Welt und ermöglichte bislang über 6.000 Menschen einen sozialen Dienst in über 350 Projekten in mehr als 60 Ländern. Zurzeit nehmen jährlich rund 600 junge Menschen an den Programmen teil. Seit 2006 ist der Verein im Bereich „Nothilfepädagogik” tätig. In Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen und Naturkatastrophen arbeiteten die „Freunde” bislang mit psychotraumatisierten Kindern und Jugendlichen im Libanon (2006), China (2008), Gaza (Februar und Juli 2009), Indonesien (November 2009) und Haiti (Februar 2010).

Michaela Mezger

Öffentlichkeitsarbeit für Notfallpädagogik
Telefon: 0721/ 354806 140
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Stichwort: „Notfallpädagogik”