Deutschlands längste Murmelbahn

Murmelbahn

Waldorfschule wird für Projekt auf der Landesgartenschau gelobt - von Vincent Schiewe

Murmelbahn

Mit der Eröffnung der Landesgartenschau in Villingen-Schwenningen durch den Ministerpräsidenten Stefan Mappus konnte am vergangenen Mittwoch die erste Murmel ins Rollen gebracht werden. In den Eröffnungsreden wurde mehrfach auf das Engagement der Waldorfschule hingewiesen. Es waren Schüler der Waldorfschule, die fünf Jahre zuvor mit blauen Luftballons den eingedolten Neckarverlauf markiert hatten. Nun ist die Neckarquelle freigelegt und die ersten Meter des Flusses durchfließen das Gelände der Landesgartenschau.
Doch dieses Engagement reichte noch nicht: Ein weiteres Projekt wurde geboren. Herausgekommen ist Deutschlands längste Murmelbahn. Die Einsatzpläne für Eltern, Lehrer und Schüler weisen kaum noch Lücken auf. Es gilt, bis in den Oktober hinein in zwei Schichten Deutschlands längste Murmelbahn zu betreuen. Jeden Tag werden so vier Personen der Schule benötigt: Alles ehrenamtlich natürlich. Große und kleine Gäste können die Gartenausstellung auf der 250 Meter langen Murmelbahn interaktiv erleben. Auf dem von der Waldorfschule eigens angelegten Weg kann der Besucher seine Kugel stets begleiten.

Der erste Teil der Bahn verläuft in einem durchsichtigen Rohr durch die Bäume. Der zweite Teil ist eine fast ebenerdige Eisenkonstruktion, die sich dem Hangverlauf anpasst. Gestartet wird in einem buntbemalten Turm. Die Reise der Murmel endet in einem Wasserbecken - natürlich Neckarwasser. Jede Murmel ist ein Unikat. In den durchsichtigen Plexiglaskugeln befinden sich unterschiedlichsten Motive. Am meisten nachgefragt ist die mobile schwimmende Ente, die als Erinnerung an die Landesgartenschau von den Gästen mit nach Hause genommen werden kann. „Wir haben der Landesgartenschau so lange entgegen gefiebert und sind froh, dass es endlich los geht“, sagt Karin Remsperger, die verantwortliche Koordinatorin der Waldorfschule Villingen-Schwenningen. Das Murmelbahn-Projekt wurde von Schülern gestaltet und zusammen mit Lehrern, Eltern und Sponsoren verwirklicht. Jeden Tag holen zahlreiche Einrichtungen aus der Umgebung, die mit Kindern arbeiten, Kugeln bei der Schule ab, um diese zu füllen. Anschließend werden diese zum Verschweißen an die Schule zurückgebracht. Jeder kann so seine eigene Kugel gestalten. Mit demWaldorf-Motto Persönlichkeit, Kreativität und Bildung rollt auch die erste Kugel der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg über die Forum der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg Deutschlands längste Murmelbahn Landesgartenschau. Auf ihr ist auch zu lesen: 100% Schule braucht mindestens 80% Förderung. Ganz unpolitisch geht es also nicht zu.

Direkt nach der Eröffnung war ein reges Treiben an der Murmelbahn zu sehen. Die ersten Kinder konnten es kaum erwarten, ihre persönliche Murmel zu starten. Ein weiteres Phänomen: Die Murmelbahn ist nicht nur technisches Gerät, sondern bildet die Plattform für Sozialformen aller Generationen. „Eine Sozialmaschine“, wie Alfred Geyer, Lehrer der Waldorfschule, seine „verrückte Idee“am Beginn des Projektes bezeichnet. Noch bis zum 10. Oktober 2010 können Besucher die Murmeln auf Landesgartenschau ins Rollen bringen.