Schüler starten Klimaprojekt durch das Pflanzen von 50 Bäumen

Sekem bekämpft Wüstenausbreitung durch biologisch-dynamischen Landbau

Die stolze Pflanzgruppe

Auf 590 Hektar, verteilt auf mehrere Farmen, betreibt die Sekem Initiative in Ägypten biologisch-dynamischen Landbau - auf Land, das vorher unfruchtbare Wüste war. Die Fläche wächst jedes Jahr, denn zu den Farmen gehören noch rund 800 Hektar Wüstenboden, die Stück für Stück bearbeitet werden und für den Anbau von „Demeter Obst & Gemüse“, Kräuter oder Getreide genutzt werden. Damit kehrt Sekem die gefährliche Entwicklung der Wüstenausbreitung um.

Weltweit gehen jährlich 12 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche verloren. Immer weniger Land steht für die Lebensmittelproduktion von immer mehr Menschen zur Verfügung. Laut FAO hat sich seit 1960 die produktive Agrarfläche pro Person mehr als halbiert: von 4300m˝ per Person auf 2100m˝ pro Person. Eine dramatische Entwicklung, die die Nahrungsmittelsicherheit zu einer der großen Herausforderungen macht.

Eine Landwirtschaft, die auf möglichst schnelle Gewinnmaximierung ausgerichtet ist, der intensive Einsatz von Kunstdünger, aber auch die ersten Wirkungen des Klimawandels gelten als wichtige Ursachen für das Problem.

Wasserhaltefähigkeit des Boden steigern

Einen anderen Ansatz verfolgt Sekem mit der nachhaltigen Bewirtschaftung nach biologisch-dynamischen Grundsätzen: bis zu 100 to Kompost/ha werden auf den Wüstenboden allein im ersten Jahr aufgebracht. Aus biologischen Abfällen wird der Kompost nach einer Methode der Firma „Soil & More“ erzeugt, bei der sogar CO2-Emissionen eingespart werden. Kombiniert mit wechselnder Fruchtfolge kann so der Humusgehalt der Flächen Jahr für Jahr aufgebaut werden, die Wasserhaltefähigkeit der Böden steigt und hilft, sparsam mit der kostbaren Ressource Wasser zu wirtschaften.

Bäume gegen Wüstenausbreitung und Dürre.

Bäume fördern die Entwicklung

Besonders wichtig für eine gesunde Entwicklung der neuen Farmen in der Wüste des Sinai, in der Oase Bahareya in der Westwüste Ägyptens und in Minia im Süden des Landes sind die vielen Bäume, die als lebendiger Schutzzaun die Felder eingrenzen. Schon die frisch gesetzten Bäume helfen, die Felder vor den Wüstenwinden zu schützen. Später spenden sie Schatten für empfindliche Kräuter und beeinflussen das Mikroklima positiv. Sie bieten außerdem Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Kleintiere, die zu einem biologischen Gleichgewicht beitragen und einen lebendigen Organismus entstehen lassen.

Jeder Schüler ein Baum

Deshalb haben sich die Schüler der Sekem Schule ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Jeder der Schüler will jedes Jahr mindestens einen Baum pflanzen. Die Kinder wissen aus eigener Erfahrung, dass Bäume einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel spielen, von dessen Folgen Ägypten besonders hart betroffen ist.

Die Motivation war groß, als die erste Pflanzaktion auf einer Wüstenfarm in der Nähe der Sekem-Schule durchgeführt wurde: Im April setzten Schüler der 8-10. Klasse zusammen mit ihrem Lehrer die ersten 50 Bäumchen in eigens dafür ausgehobene Pflanzlöcher. Ein starkes Bild für eine hoffnungsvolle grüne Zukunft für Ägypten und unsere Erde.

Christina Boecker

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links: Schüler planzt seinen Baum

rechts: Frischgepflanzte Baumreihe in der Wüste

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