25.8.

Intuitiv verstehen in Erziehung und Psychotherapie – das System der Spiegelneurone

A7-12.tif

Die Frage, wie wir - sei es als Therapeuten oder als Pädagogen - zu einem Wissen über die inneren Vorgänge von uns anvertrauten anderen Menschen kommen, ist weit weniger banal als es erscheint. Patienten können über das, was in ihnen vor sich geht, nur partiell sprechen - eine Erfahrung, die wir vor allem bei traumatisierten Menschen immer wieder machen. Und doch können wir, wenn wir den anderen Menschen achtsam wahrnehmen, in uns etwas von dem spüren, was der/die Andere im Moment (noch) nicht sagen kann. Ganz ähnlich kann es uns beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen gehen: Nicht alles, was sie umtreibt, ist sagbar. Und doch können wir manchmal etwas von der in jungen Menschen ablaufenden Dynamik spüren und auf dieser Basis hilfreich sein. Intuition, Einfühlung, Empathie und Gegenübertragung: Lange Zeit galten diese Phänomene im naturwissenschaftlichen Mainstream als fragwürdig und wurden gerne dem Bereich der “Einbildung” zugeordnet. Die Entdeckung des Systems der Spiegelneurone (“Mirror Neuron System”/ MNS) lässt uns nochmals neu verstehen, was den Kern der therapeutischen und pädagogischen Beziehung ausmacht: Spiegelung und Resonanz.

Joachim Bauer

Prof. Joachim Bauer, Jg. 1951, ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut. Er arbeitet als Hochschullehrer am Uniklinikum Freiburg und ist Ärztlicher Direktor der psychosomatischen Hochgrat-Klinik im Allgäu. 1996 wurde ihm der Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie verliehen. Prof. Bauer ist Autor viel beachteter Sachbücher.

Mittwoch, 25. August, 20 Uhr, Vortrag, Kosten: 10,-. Weitere Informationen und Veranstaltungsort: der „hof“, Alt Niederursel 51, 60439 Frankfurt.