Folkloretänze aus aller Welt

Projekt an der Frankfurter Waldorfschule

Zu einer gelungenen Abschlussveranstaltung des Projektes „Folkloretänze aus aller Welt” hatten die Schüler und Schülerinnen der Klasse 7a und Frau Hauck eingeladen. Gegen 20 Uhr füllte sich der Saal und ein sehr großer Stuhlkreis lud dazu ein, Platz zu nehmen. Frau Hauck begrüßte die zahlreichen Eltern und Geschwisterkinder und dann formierten sich auch schon die jungen Tänzer und Tänzerinnen. Nicht alle waren gekommen und nicht alle waren von Anfang an begeistert von der Idee, die gelernten Tänze den Eltern vorzuführen. So manches leise geraunte „ist das peinlich” aus der Schülerschaft (7 Klasse) war auch zu vernehmen, aber schon nach dem ersten Tanz und viel Beifall lösten sich die Gesichter und keiner blieb an diesem Abend unbeteiligt auf seinem Stuhl sitzen.

Bereits ab August 2009 hatten die Jungs der Klasse 7a bei den beiden Tanzpädagogen, Dagmar von Garnier und Jens Klüsche sechs Wochen lang je eine Stunde Folklore-Unterricht. Die Mädchen der 7a tanzten mit den beiden ab November und es folgten gemeinsame Tanztermine der gesamten Klasse. Es wurden Tänze aus Bulgarien, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Portugal, Griechenland, Amerika, Russland, der Ukraine, Italien und Israel gelernt und, dass diese Tänze einiges an Koordination erfordern und die Klasse sich wirklich intensiv mit den Tänzen beschäftigt hatte, konnten die Zuschauer an diesem Abend bewundern. Zunächst führte die gesamte Klasse einen ersten Kreistanz vor und alle, die sich vielleicht bis dahin noch nicht so recht etwas unter Folkloretänze vorstellen konnten, waren beeindruckt von der Ausstrahlung und dem Können der Jungen und Mädchen der 7a. Es sollte aber nicht beim Zuschauen bleiben. Dass Tanzen eine echte Begegnung ermöglicht, konnten dann auch die Eltern erfahren und so bildete sich ein großer Tanzkreis und Dagmar von Garnier und Jens Klüsche leiteten die Eltern an, einen ersten, einfachen Tanz zu meistern. Dann tanzten mal nur die Mädchen, dann nur die Jungs und es hat Spaß gemacht und es breitete sich eine entspannte Atmosphäre aus. Die Jungs und Mädchen hatten Freude daran zu sehen, wie sich die Eltern auf die nicht immer einfachen Schrittfolgen konzentrierten und dank der guten Anleitung der Tanzpädagogen dabei auch keine schlechte Figur machten. Dann wurde aufgefordert, die Schüler und Schülerinnen suchten sich Tanzpartner und Partnerinnen und die Stimmung lockerte sich von Tanz zu Tanz. Es war zu sehen und zu spüren, wie das Vertrauen in die eigenen Füße wuchs und immer mehr Freude aufkam. Aus einem Kreis bildeten sich zwei und die Figuren und Schritte wurden komplexer, man tanzte aufeinander zu und war auch so manches Mal froh sich auf die gute Koordination des jungen Partners oder der jungen Partnerin verlassen zu können. Wieder einmal zeigte sich, wie gut und wichtig es ist, als Elternteil an der Waldorfschule erleben zu können, welche Erfahrungen die Kinder in der Schule machen und diese zu teilen. Es bringt einander näher, Eltern und Kinder, Eltern und Lehrer und auch die Eltern unter sich.

Dagmar von Garnier leitet bereits seit 42 Jahren das Tanzensemble „Slawia“ und wird mittlerweile dabei von Jens Klüsche unterstützt.

Katja Degott