Die Entführung aus dem Serail
Ein integratives Kultur-Projekt der Heydenmühle

18.+19.9. u. 25.+26.9.

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Pedrillo, der gefangene Kammerdiener und Osmin, der strenge Aufseher des Bassa Selim.

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Entführung aus dem Serail: Bassa Selim, der Herrscher des Serail hat sich innig in seine Gefangene Konstanze verliebt.

Am Samstag, 18.9. um 20 Uhr hebt sich der Vorhang zur Premiere des Singspiels, das die Menschen der Heydenmühle zusammen mit Freunden der Einrichtung für seelenpflegebedürftige Menschen unter der Leitung von Constanze Saltzwedel einstudiert haben.

Ein Kultur-Projekt

Ein Jahr lang begaben sich 65 Darsteller mit und ohne Behinderung auf eine konzentrierte, gemeinsame Entdeckungsreise in Handlung und Musik der Oper. Sie haben ihren Part erarbeitet, Texte auswendig gelernt, Melodien einstudiert und die Szenen auf der Bühne probiert. Dabei erhielten sie Unterstützung von professionellen Musikern, die sie bereits bei den Proben begleiteten. Ziel ist es, gemeinsam ein Bühnenwerk zu schaffen, das vor den eigenen kritischen Augen besteht und das die Zuschauer in seinen Bann zieht.

Einfühlsam hilft die Altistin und Regisseurin Constanze Saltzwedel den Menschen, ihre kreativen Begabungen zu entdecken und zum Ausdruck zu bringen. Sie arbeitet mit der „Schule der Stimmenthüllung” der schwedischen Sängerin Valborg Werbeck Svärdström (1879-1972). Eine sanfte Methode ohne Druck, die den Menschen ganzheitlich erfasst, Verspannungen im ganzen Körper abbaut und gesunde Spannungen wieder aufbaut.

So entsteht auch einen therapeutischer Effekt, der jedoch bei diesem künstlerischen Projekt nicht im Vordergrund steht.

Ein inklusives Projekt

Die Heydenmühle ist Lebensort und Heimat für Menschen mit Behinderung am Fuße des Otzbergs am Rande des Odenwalds. Mit diesem Projekt öffnet sich die Einrichtung weiter nach außen, holt Menschen zu sich herein. Gleichzeitig wird die Heydenmühle mit ihren Bewohnern von außen anders wahrgenommen.

Für ein Jahr nehmen die Menschen der Heydenmühle die Mitwirkenden aus dem Freundeskreis und bisher Fremde aus den Nachbargemeinden herzlich auf. An zwölf Probenwochenenden lernen sie miteinander und voneinander, suchen nach der passenden Geste, ringen um den richtigen Ton. Die Menschen mit und ohne Behinderung können sich beim Singen und Agieren auf der Bühne intensiv begegnen und wahrnehmen, ihre unterschiedlichen Fähigkeiten beobachten, die eigenen Stärken erfahren. Sie lernen einander schätzen.

Es ist ein Projekt für und mit der Gemeinschaft, mit allen Menschen ungeachtet ihrer Behinderungen, mit Mitarbeitern, Betreuern und Menschen von Außen. Auch die Schwächsten können teilhaben.

Insgesamt tragen rund 90 Menschen bei zum Gelingen der Aufführungen, auf der Bühne, hinter den Kulissen und im Service. Ein Projekt, das bei aller Professionalität nur mit viel ehrenamtlichem Engagement und der finanziellen Unterstützung vieler Spender durchführbar ist. Auch die Aktion Mensch wurde um Förderung gebeten. Der Kultursommer Südhessen hat die Aufführung in sein Programm aufgenommen.

Die Handlung

Zwei Liebespaare geraten in Not, indem sie Schiffbruch erleiden und drei von ihnen als Sklaven verkauft werden. Wie soll nun der von seiner Liebsten getrennte Belmonte seine Dame zurück erobern? Als Baumeister verschafft er sich Zugang in das Serail, in dem seine geliebte Konstanze mit ihrer Zofe und seinem Diener gefangen ist. Die Flucht wird vorbereitet und misslingt. Der Türhüter deckt die Flucht auf und kocht vor Wut. Bassa Selim, dem Herrn des Serail, der sich innig in die Dame verliebt hat, sticht der Fluchtversuch seiner großen Liebe ins Herz. Doch er überwindet sich. Er lässt die Liebe siegen und verzeiht. Wie stets legt Mozart auch in dieser deutschen Oper ein Plädoyer für die Menschlichkeit ein.

Inge Urban-Weber

Aufführungstermine

Samstag, 18.9., 20 Uhr, Premiere

Sonntag, 19.9., 17 Uhr

Samstag, 25.9., 20 Uhr

Sonntag, 26.9., 17 Uhr

Kosten: 14,-/ 9,- (erm.), Familienkarte 28,-.Vorverkauf für alle Veranstaltungen: ab 16.8. Tel. 06162 - 940416. Veranstaltungsort: Heydenmühle e.V., Außerhalb Lengfeld 3, 64853 Otzberg.